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Luftqualität Komfortlüftungen / Wohnungslüftungen

Die fachgerechte Ausführung einer Komfortlüftung ist von entscheidender Bedeutung für eine hohe Luftqualität und ein behagliches Raumklima. Dabei spielen die Luftmenge, die Strömungsgeschwindigkeit, ein guter Filter und auch die individuell passende Wahl des Lüftungsprinzips eine Rolle.
  Eine hohe Luftqualität kann nur durch ausreichenden und kontinuierlichen Luftaustausch erzielt werden. Um eine Anreicherung mit Schadstoffen, Gerüchen und Feuchtigkeit zu verhindern, müsste bei einer Lüftung über Fenster ein Wohnraum etwa alle zwei Stunden durchgelüftet werden. Mit einer Lüftungsanlage wird dauerhaft frische und gefilterte Außenluft zugeführt und die verbrauchte Abluft abgeführt.

Behaglichkeit durch die richtige Luftmenge


Beim Einsatz von Lüftungsanlagen ist die zugeführte Frischluftmenge entscheidend für ein behagliches Raumklima. Wird zu wenig Luft eingebracht, muss zusätzlich über Fenster gelüftet werden, um die verbrauchte Luft abzuführen. Zuviel Frischluft hingegen kann im Winter eine zu geringe Luftfeuchtigkeit zur Folge haben. Wichtig ist daher, die Luftmenge an die jeweilige Nutzung anzupassen. Sind gerade keine Personen anwesend, kann die Luftmenge auf Stufe 1 (= Abwesenheitsstufe) reduziert werden. Im Normalbetrieb wird die Luftzufuhr erhöht, da mehr Luftfeuchtigkeit durch Personen und durch Nutzung von Küche und Bad entsteht und Gerüche und Schadstoffe abgeführt werden müssen.

 

Typische Lüftungsstufen


Um eine ausreichende Lüftung zu gewährleisten, sind für die einzelnen Räume unterschiedliche Luftmengen für die Auslegung vorzusehen. Die eingestellten Luftmengen müssen dann an die tatsächliche Nutzung angepasst werden, um trockene Luft zu vermeiden.

Frischluftzufuhr

Die Berechnung erfolgt personenbezogen (eine Person benötigt ca. 25 - 36 m3 Frischluft in der Stunde). Für ein durchschnittliches Wohnzimmer mit zwei Personen wird für die Dimensionierung eine Frischluftzufuhr von zumindest 60 m3/h, für ein Schlafzimmer 50 m3/h und für ein Kinderzimmer 25 m3/h angesetzt.
 


Schadstoffabfuhr im Kaskadenprinzip


Um eine gute Luftqualität zu erzielen, aber möglichst wenig Luft zu benötigen, setzt das Komfortlüftungskonzept auf das Kaskaden-prinzip. Mit dem Kaskadenprinzip wird die Luft mehrfachgenutzt: Zuerst werden mit der frischen Außenluft Wohn- und Schlafräume und anschließend – über den Gang oder direkt – Küche und Bad belüftet. Von dort wird die »verbrauchte« Luft über die Abluftleitung wieder abgeführt.

Die Luft kann auf zwei verschiedene Arten in die Räume eingebracht werden.



 
Kaskadenprinzip 


Quell- oder Induktionslüftung


Bei der Quelllüftung strömt die Frischluft von den Luftauslässen in Bodennähe in den Raum, wandert dann langsam nach oben und wird über Überströmöffnungen in Deckennähe in den Gang geführt. Bei der Induktionslüftung (Mischlüftung) hingegen wird die Luft in Deckennähe in den Raum eingebracht, mit der Raumluft durchmischt und am Boden über den Türspalt (»Schleiftür«) zum Gang geführt. Beide Lüftungsprinzipienhaben individuelle Vorteile.

Der Vorteil der Quelllüftung liegt in der etwas besseren Raumdurchströmung. Die Quelllüftung erfordert allerdings ein aufwändigeres Rohrsystem (siehe Seite 7). Für Gebäude mit Luftheizung ist eine Quelllüftung nicht geeignet, da die warme Luft sofort nach oben strömen würde. Hier muss eine Induktionslüftung eingesetzt werden. Auch bei Sanierungen wird aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten der Rohrsysteme meist eine Induktionslüftung eingesetzt.
 

 
Quelllüftung 


Induktionslüftung


Hohe Luftqualität durch Filtersystem


Je nach gewählter Filterqualität werden durch eine Lüftungsanlage Staub, Pollen, Sporen und Ruß aus der Außenluft herausgefiltert und die gereinigte Luft den Räumen zugeführt. Eine Lüftungsanlage sichert also nicht nur eine ständige Frischluftzufuhr, sondern mindert auch die Staubbelastung. Mit speziellen Pollenfiltern können Allergiker zusätzlich entlastet werden.
 
Keine Zugluft durch geringe Luftgeschwindigkeiten

Durch Luftgeschwindigkeiten unter 0,1 m/sec kann Zugluft ausgeschlossen werden. Nur unmittelbar bei den Ventilen ist eine leichte Strömung wahrnehmbar. Die Strömungsgeschwindigkeit der Komfortlüftung ist insgesamt vielgeringer als jene, die durch die Wärmeabgabe von Heizkörpern verursacht wird.
 
Leiser Betrieb durch Schalldämpfer

Bei fachgerechter Ausführung wird eine Komfortlüftung nicht als störend wahrgenommen. Voraussetzung dafür ist die Einhaltung eines Schallpegels von 25 Dezibel (entspricht der Ö-Norm). Experten empfehlen für Schlafräume einen Pegel unter 23 Dezibel. Der Einbau von Schalldämpfern, großzügig dimensionierte Luftleitungen und geeignete Durchlässe (Ventile) sichern einen leisen Betrieb.
 
Filter: Weniger Staub und Pollen durch richtigen Filter


Je nach Filterqualität wird die Außenluft von Staub, Pollen, Sporen und Ruß gereinigt. Ab der Klasse F6 kann von einer ausreichenden Filterwirkung aus-gegangen werden. Von Experten wird aufgrund des höheren Abscheidegrades die Filterklasse F7, für Sporen-AllergikerInnen die Filterklasse F8 bzw. F9 empfohlen. Vor allem Belastungen durch Grob- und Feinstaub über 1µm werden durch einen Filter deutlich gesenkt. Feinststaubpartikel unter 1 µm und Gerüche können auch durch hochwertige Filter nur teilweise herausgefiltert werden. Eine höhere Filterqualität als F9 erzeugt zu hohe Druckverluste und Kosten und wird deswegen nicht empfohlen.
 
 
Taschen- und Kassettenfilter

Je höher die Filterklasse, desto größer muss die Filteroberfläche sein. Um eine gute Filterwirkung bei geringem Strombedarf zu erreichen, sollten Taschen- oder Kassettenfilter gewählt werden. Der Filter ist entweder bei der Außenluftansaugung oder direkt im Lüftungsgerät eingebaut. Die Anlage sollte im Wohnraum eine Anzeige für den notwendigen Filterwechsel haben.